Morgan Heritage

Full Circle

Label/Vertrieb über: VP / Veröffentlichung: 07.06.2005 bei amazon.de zu kaufen

(redI) - Nach wie vor zaubert die Morgan Familie wunderschöne Gesangslinien aus der Rasta-Mütze. Auch die Riddims sind ausgesucht und up to di time. Jedoch nervt das zunehmende Schielen auf den amerikanischen R&B Markt gleichermaßen. Schon der an sich saubere Opener "Jah Comes First" treibt einem mit einer Vocoder-verzerrten Stimme die Schamesröte ins Gesicht. Auch sonst fällt es schwer MH noch die Roots & Culture Militanz abzunehmen, die sie durch ihre stets in Jah-Warrior Uniform abgehaltenen Bühnenauftritte vermitteln wollen. Lediglich bei "Hail up di Lion" (aka "Uncomfortable" auf dem "Stop That Train"-Riddim), "Hail Rastafari" ("Lion Paw"-Riddim) und der genialen Combination mit Bushman "Mek We Try" auf dem "911 "-Riddim blitzen ihre altbekannten Qualitäten auf. Hätte man noch "Inna dem ting deh" auf Pow Pow's "Superior"-Riddim mit draufgepackt, hätten allein diese Tunes den Kauf gerechtfertigt. Leider sind letztere Tunes ausnahmslos mehrere Monate alt und somit wahrscheinlich schon in jedem ernstzunehmenden Roots-Haushalt zu finden. Alles andere ist einfach zu brav und selbst das eigentlich ziemlich coole "Gangsta Groupie" auf Dennis Browns "Some Like It Hot"-Riddim, klingt bestenfalls wie die amerikanische Westcoast-Surf Band Sublime. "Your best Friend" auf dem genialen "Drop Leaf" geht okay, obwohl dann irgendjemand im Mittelteil versucht, wie Snoop Doggy Dog zu klingen. Auch Damian "Jr. Gong" Marley's Rude-Bwoy Beitrag auf "Girlz 'round the World" kann den Track nicht retten und die Combinations mit Cobra ("Enough is enough") oder der "U've got me"-Remix mit Bounty Killer, Sizzla & LMS legen weiteres Zeugnis übelster o.g. Mainstream Anbiederei ab. So geraten dann ironischerweise die CD Bonus-Tracks "Propaganda" und "So much to come" zu den eigentlichen Highlights. Da versuchen MH nämlich nicht irgendeinen Markt zu bedienen, sondern zeigen, was sie drauf haben indem sie frei von der Leber spielen. Summa Summarum gerät das Ganze dann doch noch zu einem recht ordentlichen Album.

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Getextet im Juni 2005

review (c) Torsten "Red I" Sarfert für reggaenode.de

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