Peter-Paul Zahl liest in Essen

Jamaica-Feeling im Café Cuba

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Der deutsche Dichter und Romanautor Peter-Paul Zahl ist seit seiner Auswanderung nach Jamaika vor dreizehn Jahren ein seltener Gast im kalten Deutschland. Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse macht er in diesem Jahr Station in Essen. Wo könnte er ein passenderes Ambiente finden als im schon legendären Café Cuba am Essener Westbahnhof. Dort, wo sonst zu später Stunde Reggae-Rhythmen durch den Essener Westen schallen, liest Zahl am 2. Oktober um 21 Uhr aus seinen spannenden Jamaika-Krimis im Anschluss, wie könnte es anders sein, gibt es eine Reggae-Jam mit dem Roots Foundation Sound System.


Mit dem Kriminalroman hat sich Zahl nach der Arbeit an politischer Lyrik einem Genre zugewandt, das sich ideal dazu eignet dem deutschen Leser eine fremde Gesellschaft näher zu bringen.

Privatdetektiv Aubrey Fraser, genannt Ruffneck, ist der Held einer auf 14 Bände ausgelegten Krimiserie, die im heutigen Jamaika spielt. Fraser legt lieber die Beine hoch, als die Nase in anderer Leute Sachen zu stecken. Tropische Cocktails, ein guter Joint und natürlich schöne Frauen sind seine Hobbys, denen er ausgiebig nachgeht. Wäre das nicht sein Job, der ihn seit vier spannenden Büchern in den gefährlichen Dschungel der Polit- und Drogen-Mafia, den kriminellen Sumpf des Sextourismus und der Sportwelt führt.

Im Buch "Der schöne Mann", das 1994 als bester Krimi des Jahres ausgezeichnet wurde, stört James Walker, der seinem Spitznahmen Doubletrouble auch nach seinem Tode noch alle Ehre macht, Ruffnecks Ruhe. Widerwillig lässt sich der Detektiv auf die Geschichte ein, gewinnt aber schnell Interesse an der Sache, als herauskommt, dass der Tote, einst gefürchteter Killer, zuletzt erfolgreicher Geschäftsmann, in dunkle politische Machenschaften verwickelt war.

Als sein literarisches Vorbild im Genre des Kriminalromans nennt Zahl den amerikanischen Altmeister Dashiell Hammet. Krimikenner bestätigen: Was Jakob Arjouni mit seinem türkischen Detektiv Kayankaya gelungen ist, hat Zahl mit seinem Fraser geschafft.

Die Verstrickung von Gewalt, Politik und Korruption, von der Zahl erzählt, ist die Schattenseite der vielbesungenen Sonneninsel. Vielleicht macht gerade dies die Faszination der ungewöhnlichen Kriminalromane aus. Zahl gelingt es nicht nur seine schlüssigen, zugleich aber verzwickt konstruierten Geschichten vor dem Leser auszubreiten, sondern er berichtet auch vom wirklichen Leben auf Jamaika, ohne anklägerische oder missionarische Attitüde.


Peter-Paul Zahl

Krimis aus und über Jamaika

2.10.1999, 21 Uhr

Café Cuba

Am Westbahnhof 1 (S-Bhf.), Essen-West (A 40, Essen-Altendorf)

Eintritt 15,- DM (bis 22.30 Uhr, nach Schluss der Lesung 12,- DM)

danach Reggae-Jam mit dem Roots Foundation Sound System

Selector: King Bai, MC: Ganjaman

Weitere Informationen zur Lesung: Olaf Eybe, Telefon (02 01) 26 84 04


Hintergrundinfos zum Autor

Peter-Paul Zahl

Seit 13 Jahren lebt der deutsche Dichter Peter-Paul Zahl in Long Bay, an einem der schönsten Strände Jamaikas, in der Nähe von Port Antonio. Zahl, seit den 60er Jahren antiautoritärer "Umtreiber", wurde 1966 Mitglied der Gruppe 61.

1967 gründete er eine kleine Druckerei. Als Drucker, Verleger und Schriftsteller engagierte er sich in der Außerparlamentarischen Opposition. 1970 wurde er erstmals wegen des Drucks eines Plakats verurteilt. 1972 während eines Fluchtversuchs bei einer Personenkontrolle kam es zu einem Schusswechsel mit den Beamten. 1974 wurde er deshalb "wegen gefährlicher Körperverletzung und schwerem Widerstand" zu vier Jahren, 1976 nach Revision der Staatsanwaltschaft in derselben Sache wegen "doppelten Mordversuchs" zu 15 Jahren verurteilt. Die damalige Begründung: "... weil Zahl ein Gegner des Staates ist und zur allgemeinen Abschreckung". Ein politisches Urteil, das nicht nur Linke empörte. Zehn Jahre saß Zahl im Gefängnis mehrere davon in verschärfter Einzelhaft.

Nach längern Aufenthalten in Grenada, auf den Seychellen und in Nicaragua ließ er sich 1985 in Jamaika nieder. Er baute ein Haus, heiratete 1986 Herlett Kennedy, zeugte Kinder und erfand 1991 einen schwarzen Privatdetektiv namens Ruffneck, der seitdem Held seiner in Jamaika angesiedelten Serie von Kriminalromanen ist. Die Romane vier sind bereits erschienen gehören, auch wenn die englische Übersetzung noch in Arbeit ist, zur wichtigsten jamaikanischen Gegenwartsliteratur. PPZ ist einer der interessantesten Adressen in Jamaika. In seinem Parish gilt er inzwischen als politische Autorität, davon zeugen auch seine zahlreichen engagierten Beiträge im Gleaner, der größten jamaikanischen Tageszeitung. In einem kleinen Guesthouse kann man sich bei ihm einmieten. Kontakt per Fax:

001-876-993 21 43.

Veröffentlichungen


Weitere Informationen zum Autor:

Olaf D. Eybe, Telefon (02 01) 26 84 04

oder Verlag Das Neue Berlin, Telefon (030) 24 72 02 79

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